Richtig lernen

Kinder lernen bis zum 6. Lebensjahr mit einer Effizienz die 25 mal höher ist als die Lerneffezienz von Studenten mit Auszeichnung. In der Schule wird leider diese Lerneffiezienz bei Kindern nicht weiter gefördert. Das liegt nicht unbedingt am Lehrer oder Schulstoff. Die allermeisten Lehrer werden das Beste im Rahmen ihrer Möglichkeiten unternehmen. Es liegt vielmehr daran wie das Schulsystem aufgebaut ist. Lernen im Klassenraum, nach Altersstufen und mit Frontalunterricht kommt aus den frühen christlichen Klöstern im 7. bis 8. Jahrhundert. Damals ging es nicht darum gut zu lernen. Das griechische Modell mit dem Fokus auf Intellekt, Körper und der Muse wurde in der frühen christlichen Zeit zwar annerkannt, aber nicht übernommen. Damals war der Glaube noch, dass Jesus bald zurück kommt, mit ihm das jüngste Gericht und dann nützt es alles nichts. Nur der Glaube rettet, lernen ist nicht mehr so wichtig und somit wurde es in die Klöster verbannt. Nur lernen im Kloster wurde zu einer Bußübung für Sünden gemacht. Friedrich der Große hat dann Anfang des 19. Jahrhunderts als erstes in Deutschland die Schulpflicht eingeführt. Bei der Ausgestaltung der ersten Schulen hat man sich an die Ausbildung von Militärkadetten orientiert.
Das sind über Jahrhunderte gewachsene Strukturen mit denen unsere Kinder ab dem 6. Lebensjahr heute konfrontiert werden.

In der Schule werden wichtige Grundbedürfnisse der Schulanfänger unbeachtet gelassen.

1. Körper und lernen.

richtig lernenWenn ein Mensch länger als 25 Minuten am Stück still sitzt, wird die Produktion an Neurotransmittern massiv nach unten geregelt (Neurotransmitter sind Botenstoffe, die an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf andere Zellen übertragen). Ein intelligenter Körper wird die Bildung von Neurotransmittern stimulieren und wird zappelig. Kinder die nach der Hälfte der Unterrichtsstunde zappelig werden, wird schnell beigebracht ruhig zu sitzen (oder wird eventuell AD(H)S diagnostiziert). Bei den Erwachsenen ist das ruhig Sitzen leider in Fleisch und Blut übergegangen.
Wenn schon dieser Faktor verändert wird, steigert sich die Lerneffizienz. Also alle 20 Minuten wenigsten einmal aufstehen, sich 1 Minute lang bewegen und schon kann der Unterricht weitergehen.

2. Räumliche Wahrnehmung

richtig lernenKinder haben noch eine ausgeprägte räumliche Wahrnehmung. Das ist zur Ausbildung der Sinnesorgane wichtig und sollte über das 6. Lebensjahr hinaus so sein, denn die Entwicklung der Sinnesorgane ist bis dahin noch nicht abgeschlossen. Im ersten Schuljahr wird bereits angefangen Lesen und Schreiben zu lernen. Hier kommt es von der räumlichen Perpektive zu einem Fokussieren auf einen kleinen Buchstaben. Das ist für den Körper und die Ausbildung der Sinnesorgane sehr einseitig und einengend. Wie das wirkt kannst du selbst prüfen.

Stelle dich im Zimmer hin und suche dir einen Punkt an der Wand. Nun konzentriere dich auf diesen Punkt. Nach einer Weile sollte ein anderer leicht mit der Hand zwischen deinen Schulterblättern gegen deinen Körper drücken. Du wirst feststellen, dass du dich kaum halten kannst. Danach mache die gleiche Übung, nur, dass du jetzt deine Aufmerksamkeit auf den Raum richtest (alles was du in 360 Grad wahrnehmen kannst). Du wirst feststellen, dass du wie der Fels in der Brandung stehst. Du erkennst, dass sich der Körper stabilisiert und dadurch dein Gehirn besser arbeitet. Ein enger Tunnelblick ist nur in einer einzigen Situation sinnvoll. Das ist, wenn unser Leben akut bedroht wird. Auch daher kommt der Stress beim Lernen.
Es ist somit sinnvoll, dass du dir vorher der Umgebung gewahr wirst und diese Wahrnehmung bewusst weiter beibehältst, während du dich auf deine Aufgabe fokussierst.

Die Beschäftigung mit Gedanken, ob etwas schwer oder leicht zu lernen ist, erzeugt bei dir Druck, und Druck erzeugt Gegendruck und das schwächt dich. Lernen wird so zur Qual. Gehe ohne Beurteilung an deine Lernaufgabe.

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